Empfinden und Wahrnehmen der Nahrung

 

 

1. Untersuchung und Identifizierung:

 

a,) Mittels seines Geruchssinns, erfasst der Hund Hubn das Aroma der angebotenen Nahrung

b,) mit den Tastsinnen erfühlt er die Temperatur.

 

2.  Erkennen und Annahme der angebotenen Nahrung:

 

Mit seinem Geruchssinn, wählt der Hund vorab aus, ob ihm die angebotene Nahrung bekannt vorkommt und  erkennt welche gespeicherten Erfahrungen und Informationen sich dahinter verbergen und entschließt sich die Nahrung anzunehmen oder abzulehnen.

 

3.Aufnahme mit dem Fang

 

Konsistenz,  Größe und Form werden wahrgenommen, erste Geschmacksempfindungen werden entscheiden, ob er die Nahrungsaufnahme weiter durchführen, oder beenden wird.

 

4.  Zerkleinerungsphase:

 

Die Geschmackspapiellen in der Mundhöhle übermitteln genauere Informationen an das Gehirn.

 

5. Verdauungsphase:

 

die am weitesten reichende Erfahrung mit der Nahrungsaufnahme. Sollten unangenehme Folgen während der Verdauung auftreten, wird sich der Hund an diese Erfahrung erinnern können und eine negative Empfindung speichern, und diese Nahrung möglicherweise in Zukunft meiden ->> Ausbildung einer Aversion.

Geruchssinn:

 

Die wichtigste Rolle bei der Wahrnehmung seiner Nahrung spielt der Geruchssinn. Der Hund verfügt über bis zu 100 mal mehr Riechzellen als der Mensch, die Oberfläche der Riechschleimhaut ist um ein vielfaches größer als beim Menschen, und er kann bestimmte Molekühle in ungleich niedriger Konzentration wahrnehmen.

Ein einziger Atemzug durch die Nase des Hundes liefert ihm eine unvorstellbare Fülle an Informationen, die für ihn bei der Wahl seiner Nahrung essentielle Bedeutung haben wird.

Ist der Hund hungrig, wird er Gerüche deutlich schärfer und stärker wahrnehmen. Die Riechleistung der Riechzellen ist auch abhängig vom weiblichen Zyklus, Hündinnen sind sensibler in ihrer Wahrnehmung.

Im Alter lässt die Leistung der Riechzellen nach.

 

 Geschmackssinn:

 

Im Gegensatz zum Geruchssinn spielt der Geschmackssinn eine untergeordnete Rolle. Im Vergleich zum Menschen besitzt der Hund weniger Geschmacksknospen auf Zunge, Gaumen und im Rachenraum. Die größte geschmackliche Wahrnehmung ermöglicht die Zunge.

 

Die löslichen Substanzen im Speichel  stimulieren die Geschmackspapiellen und regen die Enzymsekretion der Bauchspeicheldrüsen an. Diese wiederum reagiert entsprechend der zu verdauenden Nahrung mit Feinabgestimmter Produktion der erforderlichen Enzyme.

Je nachdem, welcher Geschmack durch die Papiellen wahrgenommen wird, ist die Enzymsekretion durch die Bauchspeicheldrüse entsprechend  auf die Zusammensetzung der zu verdauenden Nahrung abgestimmt.

 

Der Hund kann 5 Geschmacksrichtungen klar unterscheiden:

 

  • Süß
  • Salzig
  • Bitter
  • Sauer
  • Umami ( Wahrnehmung von  Glutamat, / nichtessentielle Aminosäure)

 

Ähnlich dem Menschen lehnt er bittere Wahrnehmungen ab, und erkennt süße und salzige Geschmäcker als angenehm.

 

 

 

Geschmackliche Vorlieben:

 

Die Neigung zu bestimmten Geschmacksvorlieben ist auch beim Hund eine Kombination all der Wahrnehmungen, die er im Laufe seines Lebens mit angebotener Nahrung erfahren hat. Während einer Mahlzeit  können mehrere Geschmacksrichtungen vorhanden sein. Sie treten nacheinander während des Schmeckens auf. Maßgeblich sind auch die Umwelt des Hundes und die verbundenen Lebensbedingungen.

 

Kurz vor der Geburt kann der Welpe bereits auf bestimmte Moleküle, die über den Kreislauf zwischen Muttertier und Föten und das Fruchtwasser übertragen werden, reagieren. Diese erste vorgeburtliche Erfahrung wird auch die späteren Vorlieben des Welpen beeinflussen.

 

Nach der  Geburt reagiert ein Neugeborener Welpe  instinktiv auf  den leicht süßen Geschmack und Fettgehalt der Muttermilch. Dies ist ein uralter Überlebensreflex, und die Vorliebe für Fette bleibt ein Leben lang erhalten.

 

Nach der Säugephase ahmt der Welpe zunächst vorwiegend das Verhalten der Mutter nach und wird so viele Geschmäcker kennen lernen und Vorlieben entwickeln. Von nun an werden, wenn sich der Hund in Obhut des Menschen befindet,  Anlernen des Essverhaltens und Gewohnheiten durch den Menschen entscheidend  mit geprägt. Maßgeblich  ist die Beziehung zwischen Mensch und Hund, die alltägliche Bedeutung der Nahrungsaufnahme und die Zubreitung der bedarfsgerechten Nahrung.

 

Bedarf und Bedürfnis:

 

Geschmackssinn und Geruchssinn spielen spielt eine wichtige Rolle für das  Überleben des Hundes. Sie  ermöglichen  sinnvolle  Nahrungsmittel von den vielen Substanzen, die die Natur zu bieten hat, zu unterscheiden, um die  die Bedürfnisse des Körpers befriedigen können. Die Motivation des Hundeorganismus ist unter anderem auch das  Lustempfinden. Das Bedürfnis nach Nahrung und die Deckung des täglichen Nahrungsbedarfes sind der natürliche Instinkt für die Auswahl von Lebensmitteln.

 

Lustempfinden

 

Das Lustempfinden ist auch beim Hund eng mit der  Einstellung zum Essen verbunden. Der Zweck dieser Lust beim Essen besteht darin, den täglichen Energiebedarf  zu decken.

Manchmal dient  diese Lust aber nicht mehr dem eigentlichen Zweck. Dann wird Essen zum Trost gegen Frustrationen und Niederlagen, oder zum ständigen Mittel bei der Suche nach Aufmerksamkeit und Anerkennung.(betteln, Gier…)

 

Die Lust, die der Hund beim Essen empfindet, ist physiologisch begründet, durch seine Lebensbedingungen, in der Stellung zum Menschen geprägt  und bestimmt den Grad seiner  Befriedigung. In bestimmten Situationen, kann die Lust am Essen überzogen und krankhaft werden.

 

Die Lust am Essen und die tiefe Befriedigung die in effizienter Nahrungsaufnahme liegt, kann ein bindendes Glied zwischen Mensch und Hund werden. Gemeinsame Zubereitung, das Teilhaben des Hundes an der Herstellung seiner veganen Nahrung, das Vorkosten und das Entdecken neuer Geschmäcker sind ein wichtiger Baustein bei der täglichen Beschäftigung mit dem Hund.

 

Stärker als  Fleisch oder Fisch (bei denen es kein bitter, süß oder salzig gibt) ist Gemüse ein wunderbares Mittel zur Entdeckung neuer Geschmäcker und der Ausbildung neuer Vorlieben.

 

Es bietet eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen, Konsistenzen und Aromen, in roher, gekochter oder gedünsteter Form, und auch in sinnvoll erstellten Gemüsemusen. Die große Vielfalt an erhältlichen Obst und Gemüsesorten ermöglicht unendliche Abwechslung bei der täglichen Zubereitung und dem Angebot an einer Bandbreite verschiedener Geschmacksrichtungen.

 

Entdecken und Erlernen

 

Auch Hunde lehnen Essen oft ab, weil sie neue Geschmäcker nicht mögen, was entmutigend für den Menschen sein kann. Auch hier gilt der Grundsatz, wie beim Menschen: Je größer die Nahrungsmittelvielfalt, desto höher der Schutz vor Mängeln und unzureichender Nahrungszufuhr.

 

Machen Sie sich auf eine Entdeckungsreise mit ihrem Hund. Mischen Sie Gemüsesorten in verschiedenen Verarbeitungen unter die gewohnte Nahrung und lassen Sie den Hund entdecken, was seine Geschmacks- und Geruchssinnen behagt. Zeigen Sie ihm pur, wie bestimmte Sorten schmecken und gehen Sie fröhlich und ungezwungen einen neuen Weg, der Ihnen und Ihrem Hund völlig neue und gesunde Welten der Nahrungsaufnahme eröffnen kann.

 

Knabbern Sie unterwegs mit dem Hund kleine  Stückchen Möhre, Gurke, Äpfel, Banane oder Kohlrabi…. Auch ein Bananenbrot ist ein idealer Belohnungshappen…

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