Milch und Eiprodukte

 

Milch ist nicht notwendig in der Ernährung eines erwachsenen Hundes. Zum einem sind die  Laktosespaltenden Enzyme nur  noch sehr geringgradig enthalten, (Die Laktaseaktivität nimmt mit fortschreitendem Alter des Junghundes ab) und zum anderen sind in Milchprodukten große Mengen an kurz- und mittelkettigen Fettsäuren, die vom Hund weniger gut vertragen werden Der hohe Gehalt an Milchzucker kann vom Hund im Dünndarm nicht ausreichend zerlegt werden, so das Durchfall und weicher Kot die Folge sein können.

Milch und Milchprodukte enthalten eine Reihe wichtiger Nährstoffe wie Kalzium, Eisen und die Vitamine B2 und B12, aber Milch ist weder für den Menschen noch für den Hund lebensnotwendig. Essenzielle Nährstoffe wie Kalzium und die Vitamine der B Gruppe können in ausreichender Menge mit anderen Lebensmitteln aufgenommen werden.

 

Kalzium: Grünkohl, Brokkoli, Fenchel

Eisen: Vollkorngetreideprodukte in Kombination mit Vitamin C , frisches Obst und Gemüse

 

Vegane Hunde können/ sollten  jederzeit ein B 12 enthaltenden Vitamin B Komplex-Präparat als Nahrungsergänzungsmittel supplementiert bekommen.

 

Milch ist physiologisch betrachtet, eine Nahrung des Welpen in Form von Muttermilch. Sie ist im erwachsenen Alter nicht notwendig.

 

Zur geschmacklichen und nährstoffreichen Aufbesserung der täglichen Nahrung können Sojajoghurt, Pflanzenmilch aus Reis, Hafer, Sojabohnen und Sojasahne verwendet werden.

 

Das „Kalzium-Versprechen“

 

Kein Hund, kein Wolf würde im Erwachsenenalter Milch zu sich nehmen.

Milch ist nicht geeignet um eine ausreichende Kalziumzufuhr zu sichern.

 

Eine Tasse Milch enthält 300mg Kalzium, aber nur 32% / 96 mg sind davon tatsächlich biologisch verfügbar, auf Grund des hohen Phosphatgehaltes.

Diese verbleibenden 96 mg Kalzium stecken Beispielweise auch in einer Tasse Tofu, oder in einer Portion gekochtem Brokkoli. Oder in einer halben Tasse Sesam.

 

Im Vergleich, der prozentuale Anteil des Kalzium, der tatsächlich aus vom Körper aufgenommen wird:

 

Rosenkohl:      63,8%

Brokkoli          52,6%

Grünkohl         50%

Kuhmilch        32%

 

Butter enthält in großen Mengen kurzkettige Fettsäuren. Diese sind beim Hund dafür bekannt, dass sie abführend wirken, aber auch zu Erbrechen führen können.

 

Eier enthalten Proteine, hohe Gehalte an essentiellen Fettsäuren und Vitaminen.

Die Gabe von rohen Eiern birgt die Gefahr der Salmonellenvergiftung, Trypsinhemmstoffe beeinträchtigen die Eiweißverdauung und Avidin im Eiklar bindet ungünstigerweise Biotin.

Gekocht sind diese Risiken zwar auszuschließen, aber notwendig ist das Ei für einen gesunden Hund in seiner täglichen Ernährung nicht.

 

Die Befürchtung, dass  der vegane Hund  zu wenig Eiweiß aufnehmen wird, ist unbegründet.

 

Viele pflanzliche, in den Fertigsorten (veganes Trofu, vegane Feuchtnahrung) verarbeitete Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Getreide oder Kartoffeln enthalten reichlich Eiweiß. Werden sie mit Tofu oder anderen Sojaprodukten kombiniert, ist die biologische Wertigkeit - ein Maß für die Eiweißqualität - auch von Fleisch kaum zu übertreffen.

 

Der vegan lebende Hund ist zudem sehr viel besser mit Ballaststoffen versorgt. Der größte Teil der gesundheitsfördernden Fasern stammt aus Getreide, das bei der selbst zubereiteten Kost als volles Korn verarbeitet werden kann. Sowohl die geringere Fettaufnahme als auch die höhere Ballaststoffzufuhr sichert dem vegan ernährten Hund den Vorteil seltener an ernährungsabhängigen Erkrankungen wie Übergewicht oder Arteriosklerose zu erkranken.

 

Auch in der veganen Hundeernährung gilt, dass sie langfristig nur von Menschen zusammengestellt  werden kann, die über gute Ernährungskenntnisse verfügen und bewusst sind.

 

Bei vegan ernährten Hunden  kann Vitamin B12 und manchmal auch Eisen ein Problem werden. Bei einem festgestellten Mangel muss supplementiert werden. Auch vorbeugend, bei stetiger Kontrolle der relevanten Werte muss immer bedacht werden, das  sich die isolierten Nährstoffe gegenseitig an der Resorption, d. h. an der Aufnahme aus dem Darm, behindern können. So kann Kalzium die Resorption von Eisen und Eisen die Resorption von Zink beeinträchtigen.

 

Eine gute übersichtliche und regelmäßige Kontrolle und Vorstellung bei Tierarzt zu Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll und anzuraten.

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